Spanferkelbraten, halbseidene und Rotkraut

Weihnachten ist nun schon eine weile rum und dennoch würde ich euch gern meinen Spanferkelbraten ans Herz legen. Okay zugegeben, ein wenig geschummelt habe ich schon, denn der Braten selbst kam vorgegrillt vom Metzger. Das ist aber nicht weiter schlimm, wenn die Qualität stimmt. Ausserdem ist Meisterkoch Bruno ja für euch bereits schonmal auf Schweinebraten eingegangen, weswegen es mir hier eher auf das Drumherum bzw. die Beilagen ankommen soll. Die Zutaten sind für ca. 4 Personen ausgelegt. Habt ihr also den Braten schon im Ofen und gart er dort friedlich für sich hin, bereitet ihr wie folgt die Beilagen vor.

Um halbseidene Klöße richtig zu machen bedarf es 2 Tage alte Brötchen, je trockener desto besser. Also 2 Tage vorher beim Bäcker mal drei Semmeln kaufen, und einfach hart werden lassen. Mit einem scharfen Messer schneidet ihr dann am Serviertag die Semmeln in etwa Daumen große Würfel. Nehmt dann eine Pfanne , ein ordentliches Stück Butter hinein (ca. 2 Esslöffel) und mit großer Hitze aufschäumen. Dann gebt ihr eure Würfel in die Pfanne und röstet die Semmelwürfel je nach Geschmack goldbraun oder dunkel an. Ich mags eher hell, aber das ist geschmackssache!

Für die Kloßmasse braucht ihr ca. 750g Kartoffeln, 200g Kartoffelmehl,etwas Salz, eine Prise Zucker und etwas Muskatnuss. Kocht die Kartoffeln bis sie weich sind, stampft sie dann mit einem Kartoffelstampfer zu Brei. Gebt das Kartoffelmehl, Salz, Zucker und Muskatnuss in eine große Schüssel. Gebt nun die Stampfkartoffeln darüber und vermengt das ganze mit dem Stampfer weiter. Lasst die Masse etwas abkühlen und knetet sie dann von Hand so lange, bis sie nicht mehr an der Schüssel kleben bleibt. Fertig ist der Kloßteig. Für Faule gibt es natürlich auch fertige Kloßmasse, nicht ganz so fein aber zur Not tauglich.

Nun der Clou. Nehmt einen Schneeball großen Teil vom Teig ab, macht ihn auf der Hand flach, legt 2-3 eurer Semmelwürfel auf die Masse, gebt etwas frische Petersilie darauf. Dann schliesst ihr die Teigmasse um die Semmelwürfel und schmeisst den Kloß dann in kochendes Salzwasser.

Die Klöße kochen nun so ca 15 Minuten, genug Zeit also um sich um eine weitere Köstlichkeit zu kümmern.
Klar, wer frisches Rotkraut selbst eingeweckt hat fährt damit am Besten, doch ich bezweifele dass der Otto-Normal Geek sowas daheim stehen hat. Also schwupp in den Supermarkt und 2 Gläser fertiges Rotkraut gekauft. Wir bringen es selbst auf Trab. Dafür benötigt ihr weiterhin also 1 Apfel, etwas Bauchspeck (gut durchwachsen), ein paar Gewürznelken sowie ein wenig Chili-Olivenöl und eine sehr kleine Zwiebel und etwas Butter. Ein oder Zwei Lorbeerblätter schaden auch nicht.

Frisch ans Werk! Schneidet den Apfel in kleine Würfel, ebenso wie den fetteren Teil des Bauchspecks in kleine Würfel. Auch die kleine Zwiebel wird gewürfelt.Dann nehmt ihr einen hohen Topf, erhitzt ein schönes Stück Butter darin, gebt zunächst die Zwiebel und den Speck dazu und dünstet an, bis die Zwiebel leicht glasig ist. Dann kommen die Nelken, der Apfel und eine “Teelöffelspitze” des Chili-Olivenöls dazu. Während das ganze schön anbrät, rührt ihr öfter um und würzt mit Pfeffer und etwas Paprika nach.

Wenn die Zwiebel dann richtig glasig ist, kommt das Rotkraut dazu und die Lorbeerblätter dazwischen. Das ganze kocht bei mittlerer Hitze die 15 Minuten auf, die eure Klöße brauchen.
Wenn ihr richtig getimet habt, ist alles zur rechten Zeit fertig und ihr könnt reinhauen! So bleibt mir nichts weiter als zu wünschen: Guten Appetit!
Benno